Königin des Tangos
Premiere 18, September 2026, Schouwburg & Congrescentrum Orpheus Apeldoorn (NL)
Zu den melancholischen Klängen von Astor Piazzollas „Adiós Nonino“ rollte einst eine Träne über Máximas Wange. Ganz die Niederlande spürte in diesem Moment die Seele des Tangos. Fünfundzwanzig Jahre später kehrt Piazzollas bezaubernde Tangooper „María de Buenos Aires“ in einer brandneuen Inszenierung auf die niederländische Bühne zurück. Das Niederländische Saxophonoktett war das erste niederländische Ensemble, das von Piazzollas Erben die Erlaubnis erhielt, dieses ikonische Werk neu zu arrangieren. Das Ergebnis: eine mitreißende Besetzung aus Sängern, Schauspielern, Tangotänzern, acht Saxophonen, Bandoneon, Klavier und Perkussion.
„María de Buenos Aires“ erzählt die ergreifende Geschichte von Aufstieg und Fall Marias, der Königin des Tangos. Der Duende, ihr Schöpfer, erweckt sie poetisch wieder zum Leben – als Widerstand gegen eine Welt, in der nur Vergnügen, Macht und Geld zu herrschen scheinen. Durch Maria versucht diese Tango-Poetin, die Seele eines jeden zu berühren. Doch wo er Inspiration sieht, wittern andere vor allem Eigennutz. Als alle Grenzen überschritten sind und Maria von ihrer Leidenschaft zu zerstören droht, zieht der Duende entschieden eine Grenze.
Neben den acht Saxophonisten glänzen die Mezzosopranistin und Publikumsliebling Karin Strobos als kämpferische Maria de Buenos Aires, der Bariton und Opernstar Berend Eijkhout als ihr wachsames männliches Gegenstück und Freek den Hartogh als idealistischer Duende. Und was wäre eine inspirierte Tango-Oper ohne Bandoneon und Tanz? Deshalb wirken in „Maria de Buenos Aires“ die argentinischen Musiker Santiago Cimadevilla (Bandoneon), Juan Pablo Dobal (Klavier) und Marcos Baggioni (Schlagzeug) mit, die in den Niederlanden große Erfolge feierten. Auch das Tango-Duo Ezequiel Paludi & Geraldine Rojas beeindruckt mit seinem gleichermaßen leidenschaftlichen wie anmutigen Tanzstil.
María de Buenos Aires ist eine ewige, zyklische Erzählung von Liebe und Hass, Leidenschaft und Schmerz, Leben und Tod – eine Ode an die Seele des Tangos, an ein Leben voller Leidenschaft.
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Foto © Angela Schouten
Credits Cast & Crew
Vorpresse
Orpheus Magazine, Ruud Buurman, 01, Juli 2026
Kein Leben ohne Tango
Maria de Buenos Aires ist keine gewöhnliche Oper. Sie ist eine surreale Erzählung über eine Frau, die vom Tango verführt und zerstört wird, als Geist durch die Stadt wandert und sich schließlich neu erfindet. Doch Maria ist mehr als eine Figur. Sie ist der Tango selbst. Ihr Leben spiegelt die Geschichte des Tangos wider: Er entstand in armen Vierteln, war eng mit dem Nachtleben verbunden, starb und wurde als Kunstform wiedergeboren.
Der Komponist Astor Piazzolla und der Librettist Horace Ferrer schrieben das Stück Ende der 1960er Jahre aus Frustration. Die Leidenschaft war aus dem Tango verschwunden. Er war zu einem Geschäftsmodell für die wohlhabende Bourgeoisie geworden. Piazzolla hauchte ihm mit längeren Kompositionen, anderen Rhythmen und einer anderen Instrumentierung neues Leben ein. Sein „Tango Nuevo“ machte ihn weltberühmt, doch „Maria de Buenos Aires“ wurde bei seiner Uraufführung 1968 nur verhalten aufgenommen.
Das gesamte Thema dieses Werkes lässt sich auf die Gegenwart übertragen. Denn Maria de Buenos Aires schildert eindringlich die Kluft zwischen Arm und Reich. Diese Kluft ist in Argentinien extrem, aber auch hierzulande nimmt sie immer mehr zu. Die Oper vermittelt die Botschaft, dass Musik alle Bevölkerungsschichten vereinen kann.



























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